Praxistipp gegen Beschlagen: Silicagel

  • am 25.02.14
  • von Alex
Bei hohen Lufttemperaturen kommt es schnell zum Beschlagen des Kameragehäuses. Abhilfe schafft der Einsatz von Silicagel.
Foto: Silicagelbeutel im Unterwassergehäuse

Baut man seine Ausrüstung bei warmen Temperaturen zusammen und taucht dann ab, kommt es schnell zum Beschlagen des Kameragehäuses. Vor allem im Urlaub in tropischen Gebieten und auf Tauchsafaris steht man vor diesem Problem, welches im schlimmsten Fall dafür sorgen kann, dass die Fotos unbrauchbar sind. Dabei gibt es für dieses Problem eine einfache Lösung: Silicagel.

Warum beschlägt das Gehäuse?

Foto: Silicagel im BeutelDas Gehäuse erwärmt sich aufgrund der Außentemperatur und damit auch die im Innern eingeschlossene Luft. Hinzukommt noch, dass beim Schließen des Gehäuses, nach der Vorbereitung der Fotoausrüstung, ohnehin bereits warme Luft im Kameragehäuse eingeschlossen wird. Da die Wassertemperatur zum Teil deutlich niedriger ist als die Lufttemperatur, kühlt sich das Gehäuse und die darin eingeschlossene Luft schlagartig ab, wodurch sich innen Kondenströpfchen bilden können. Dieser Wasserdampf stellt sich letztlich als das Beschlagen des Gehäuseinneren dar.

Diese eingeschlossene Feuchtigkeit führt dazu, dass Objektiv und Kamerascheiben beschlagen und unbrauchbare Fotos als Resultat haben. Daneben kann es aber auch noch zu Langzeitschäden kommen, die deutlich schlimmer sind, z.B. die Beschädigung der empfindlichen Elektronik durch Korrosion.

Was bewirkt das Silicagel?

Foto: Silicagel - GelkugelnSilicagel ist ein so genanntes Trockenmittel, welches Feuchtigkeit aufnehmen und binden kann, wodurch es die beschriebenen Effekte verhindert. Silicagelkennt man überwiegend als kleines Päckchen oder Tütchen.

Im Inneren dieser atmungsaktiven (luft- und wasserdampfdurchlässigen) Verpackung befinden sich kleine Silicakugeln. Dieses farblose Silica- oder auch Kieselgel ist ein Siliciumdioxid mit einer gelartigen Konsistenz, welches stark wasseranziehend ist und somit gut Feuchtigkeit aufnehmen kann. Deswegen findet man solche Silicapäckchen auch in jeder feuchtigkeitsempfindlichen Warensendung oder in Schuhkartons.

Silicagel im Gehäuse

Foto: Silicagelbeutel im UnterwassergehäuseDas Silicagel sollte mit Bedacht eingesetzt werden.

Am besten ist es, wenn der Gehäusehersteller hierfür schon einen Platz reserviert hat, da man dann nicht Gefahr läuft, dass sich die Verpackung beim Schließen irgendwo verklemmt.

Die Folge könnte ein undichtes Gehäuse sein.
Was ebenfalls passieren kann ist, dass sich bestimmte Knöpfe nicht mehr bedienen lassen.
Auf beides sollte sorgfältig geachtet werden.

Aufbewahrung des Silicagels

Am besten sollte das Silicagel in einem geschlossenen Plastikbeutel oder einer Plastikbox an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Wichtig ist, dass der Behälter luftdicht abgeschlossen ist, da das Silicagel ansonsten weiter Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und damit während der Aufbewahrung an Trocknungskapazität verlieren würde.

Regenerierung des Silicagels

Ein echter Praxistipp ist die Regenerierung des Kieselgels. Irgendwann hat es seine Trocknungskapazität aufgebraucht und muss ausgetauscht werden. Aber das bedeutet nicht, dass es damit auch entsorgt werden muss: die Kapazität des Silicagels kann sehr einfach selber wiederhergestellt werden. Dazu kann man die Päckchen auf einem Backblech in den Backofen schieben und bei niedriger Temperatur (max. 100 Grad) für ca. 10 bis 20 Minuten trocknen lassen (zur Sicherheit nicht unbeaufsichtigt).
Eine Mikrowelle ist zum Trocknen dagegen nicht geeignet, da dies den Kügelchen schaden würde.

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