Alex und Carsten sind zurück von ihrem Wochenende beim IANTD Cavern Kurs und berichten von ihren ersten Höhlentauchgängen im Alten Kalkbergwerk im sächsischen Miltitz.
Foto: Bergwerk Miltitz 1

Wie in dem Artikel “Der Nächste Schritt: Cavern Kurs im Bergwerk Miltitz“ geschrieben, hatten Carsten und ich uns entschieden, mit dem Höhlentauchen zu beginnen. Nun war es endlich soweit: Das Wochenende mit dem Cavern Kurs stand bevor, welcher den Einstieg in das Höhlentauchen darstellt. Das Ziel des Kurses ist es, den angehenden Höhlentauchern einen Eindruck zu verschaffen und mit der benötigten Ausrüstung vertraut zu machen.

Um am Freitag ohne Anfahrtsstress mit der Theorie in der Tauchschule Tauchtreff Dresden beginnen zu können, reisten wir bereits am Donnerstagabend mit vollgepacktem Auto an. Unser Hotel lag etwas außerhalb, auf halber Strecke zwischen Tauchschule und Bergwerk.

Freitag: Theorie zum Cavern Kurs

Freitagmittag ging es dann wirklich los: Nachdem die Formalitäten erledigt waren, stieg Tauchschulen-Chef Peter mit uns und zwei weiteren Cavern-Schülern in die Theorie des Höhlentauchens ein. Er gab uns einen Überblick über das Cavern- und Höhlentauchen, über die Kommunikation in der Höhle und die zu verwendenden Flossenschlagtechniken. Hier kam es dann auch gleich zu einer unterhaltsamen Diskussion über unsere Flossen. Carsten und ich tauchen beide die Force Fin Pro und sind absolut begeistert von diesen Flossen. Den Eindruck konnte Peter nicht teilen. Er erzählte, dass sie bisher noch niemanden gesehen hätten, der mit diesen Flossen wirklich umgehen kann. Nun ja, zum einen war jetzt unser Ehrgeiz gepackt ihnen zu beweisen, dass man damit gut tauchen kann, zum anderen hieß das natürlich auch, dass sie bestimmt auf uns verstärkt achten würden. Ein guter Start…

Weiter ging die Theorie mit der erforderlichen Ausrüstung, vor allem was Beleuchtungssysteme, Flaschenkonfigurationen und Atemregler betrifft. Spannend und am anspruchsvollsten war sicher die Luftplanung mit mehreren Beispielrechnungen. Die Luftplanung für normale Sporttauchgänge ist dagegen ein Kinderspiel. Interessant war auch der Teil zur Arbeit mit Reels und Spools, sowie die Verwendung von Leinenmarkern, wie Richtungspfeile und Cookies (letzterer ist eigentlich nicht Bestandteil des Cavern Kurses). Diese lebenswichtige Handhabung erfordert viel Sorgfalt, da sie im Notfall unsere Lebensrettung darstellt.

Den Abschluss machte die Besprechung der Notfallprozeduren: bei Nullsicht, bei Leinenverlust oder Hauptlichtausfall, sowie bei bei einem möglichen Tauchpartnerverlust oder Automatendefekt.

Nach der Theorie gab es dann die ersten Trockenübungen mit Reel und Spool im Hof der Tauchschule. Jeder von uns vier musste mit seinem Reel verschiedene Wege über mehrere Ecken verlegen, aber auch den Gebrauch von Leinenmarkern übten wir praktisch.

Danach begutachtete Peter unsere Ausrüstung. Also hieß es für uns, das mühevoll – mehr oder weniger – gut gepackte Auto auszuräumen und die Tauchausrüstung vorzubereiten.

Bereits hier entwickelten sich gute Diskussionen mit einigen Verbesserungsmöglichkeiten.

Danach war für diesen Tag Schluss und wir kehrten noch bei einem Griechen in Dresden ein, um es uns gut gehen zu lassen. Zuende war der Tag jetzt aber noch lange nicht: Carsten musste noch ein paar Sachen an seiner Ausrüstung für die Tauchgänge am nächsten Tag vorbereiten, bevor es schlafen ging.

  • Foto: Bergwerk Miltitz 2
    Bergwerk Miltitz 2

Samstag: Die ersten Höhlentauchgänge

Nach für unseren Geschmack zu wenig Schlaf holte uns der Wecker am Samstag um kurz nach 6 Uhr in die Wirklichkeit zurück. Mehr schlafend als wach machten wir uns fertig und gingen zum Frühstück. Im Gegensatz zum vorangegangenen Tag (Frühstück um 9 Uhr) waren wir jetzt komischerweise die einzigen Gäste… Um kurz nach 8 Uhr fuhren wir dann los zum Alten Kalkbergwerk Miltitz. Vor Ort erhielten wir eine Einweisung in das Bergwerk und den Ablauf (immer mit den schicken Helmen auf dem Kopf!). Danach erfolgte die Einteilung der Teams: Carsten und ich sollten durch Jens ausgebildet werden.

Nach dem Briefing bereiteten wir unsere Ausrüstung vor und schleppten sie hinunter in den Berg. Nach der Bestimmung des Umkehrdrucks, einem ausführlichen Buddy- und anschließendem Bubble-Check (letzteres im Wasser) tauchten wir ab. Bei diesem Tauchgang standen noch keine Übungen an sich an. Hier ging es erst einmal nur um das Kennenlernen des Cavern Bereichs und die Kontrolle, dass wir Tarieren können und die Flossenschlagtechniken beherrschen (die Force Fin Geschichte!). Der erste Eindruck: Absolut beeindruckend! Komplett anders als Freiwassertauchgänge und das wichtigste: Das mögliche Kopfkino (“Was wäre wenn?!”) blieb aus. Viel zu schnell war dieser Tauchgang dann zu Ende. Kaum waren wir beim Einstieg wieder aufgetaucht, gab es auch schon das erste Feedback zu unserem Umgang mit den Force Fins: “Darf ich euch ein Lob aussprechen? Ihr seid die ersten, die ich kenne, die mit den Force Fin Flossen auch umgehen können.” So etwas hört man doch gerne!

Der zweite Tauchgang des Tages erfolgte am Mittag, nach Briefing, Bestimmung des Umkehrdrucks, sowie Buddy- und Bubble-Check ging es hier vor allem um die Basics: Vorführen der verschiedenen Flossenschlagtechniken (z. B. Frog Kick, Helikopter Turn, auf der Stelle schweben, Rückwärts tauchen) oder die Erreichbarkeit der Flaschenventile.

Am Ende des Tauchgangs dann die (neben dem Verlegen der Leine) wohl schwierigste Übung des Kurses: Tauchen ohne Maske mit Leinenkontakt. Tauchen ohne Maske ist an sich ja nicht unbedingt schwierig. Aber bei den Wassertemperaturen (8 °C) brennt das kalte Wasser doch schon ziemlich auf der Haut und in den Augen. Aber auch diese Übung klappte ohne weitere Probleme, hintereinander tauchten wir langsam richtig Ausgang und setzten dort unsere Maske wieder auf. Wichtig ist auch hier nur: Immer Leinenkontakt behalten.

Nach dem Debriefing und dem Trocknen der Ausrüstung fuhren wir noch zurück zum Tauchtreff Dresden, um unsere Flaschen füllen zu lassen. Zum Glück füllen sie dort auch 300 bar. Mit vollen Flaschen ging es abends dann zurück zum Hotel, wo noch ein paar Optimierungen und das Laden sämtlicher Lampen auf uns warteten. Es wurde also wieder spät…

Sonntag: Abschluss des Cavern Kurses

Nach der viel zu kurzen letzten Nacht, war die Nacht zum Sonntag noch kürzer: Dieses Mal hieß es sogar schon Viertel vor 6: Aufstehen!

Schließlich mussten noch alle Sachen gepackt und ins Auto geladen werden. Nach dem Packen ging es zum Frühstücken. Komischerweise waren wir schon wieder die einzigen Gäste… Um kurz nach 8 Uhr ging es dann los in Richtung Altes Kalkbergwerk Miltitz, so dass wir, noch etwas müde, um halb 9 vor Ort waren. Erneut wurden die Teams gebildet und die Übungen besprochen. Nach dem Fertigmachen folgten wie gehabt die Bestimmung des Umkehrdrucks, sowie Buddy- und Bubble-Check. Im Gegensatz zum Vortag nahmen wir dieses Mal zusätzlich Stage-Flaschen mit. Der letzte Tauchgang des Cavern Kurses begann.

Die Übungen waren dieses Mal umfangreicher: Tauchen ohne Sicht an der Leine entlang, Ohne-Luft-Situation, Messer rausholen und wieder wegstecken, Umgang mit der Stage-Flasche und natürlich das Verlegen der Leine mit Hilfe des Reels. Keine Frage: Das ist keine einfache Aufgabe und muss regelmäßig geübt werden!

Dann war es irgendwann auch geschafft: Nach einem letzten Debriefing schlossen Carsten und ich den Cavern Kurs erfolgreich ab. Wir sind nun IANTD Cavern Diver!

Doch das sollte nicht der letzte Tauchgang an diesem Wochenende gewesen sein. Bereits am Freitag stand für uns eigentlich fest, dass wir gleich nach dem Kurs gerne einen weiteren Tauchgang in Miltitz machen möchten.  Gesagt, getan: Nach einer zweistündigen Oberflächenpause stiegen wir wieder ins Wasser. Jens und René (der bereits beim ersten Tauchgang heute dabei war) begleiteten uns bei diesem Tauchgang. Geplant wurde, dass wir den Tauchgang hauptsächlich mit der Stage bestreiten würden und das halb- bzw. dreiviertel volle Rückengerät damit hauptsächlich als Reserve dienen sollte. Noch ein Mal genossen wir die Eindrücke des ehemaligen Kalkbergwerks – kein Zweifel: es wird nicht das letzte Mal sein.

Während nach dem Tauchgang unsere Ausrüstung in der warmen Sonne trocknete, erfolgte noch die Nachbesprechung für den ganzen Kurs, das Ausfüllen der Logbücher und der ein oder andere nette Plausch mit den anwesenden Tauchern.  

Kurz nach 17 Uhr hieß es dann für uns: Berlin wir kommen.

Unser Fazit:

Der Cavern Kurs hat sich für uns voll und ganz gelohnt. Es war eine tolle und (bisher) einmalige Erfahrung. Dafür noch einmal ein großes Danke an das Team vom Tauchtreff Dresden. Durch die vielen Tipps und Diskussionen wäre der Kurs auch ohne das Brevet absolut lohnenswert gewesen!

Für Carsten und mich war gleich nach dem ersten Tauchgang klar, dass wir weitermachen werden. Im Herbst geht es deswegen weiter mit dem Intro-Kurs (IANTD Introductory Cave Diver). Bis dahin haben wir noch ein paar Optimierungen an unserer Ausrüstung sowie Übungen mit dem Reel auf unserer ToDo-Liste. Auch muss die Ausrüstung erweitert werden: Der Kauf eines Doppel 12 Gerätes lässt sich jetzt nicht mehr vermeiden.

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3 Kommentare

  1. Toller Bericht und Glückwunsch zum Cavern Diver! Ich kann mir vorstellen, dass das eine klasse Erfahrung für euch gewesen ist. Viel Spaß beim nächsten Kurs.

  2. Kann mich da nur anschließen. Guter Eindruck von dem Kurs, das macht schon fast Lust darauf das auch mal auszuprobieren. Allerdings muss ich zugeben, dass ich vor dem Höhlentauchen doch einiges an Respekt habe.

    Ihr habt geschrieben, dass es für euch kein Problem war? Nicht mal ein Anflug von Überlegungen was sein würde wenn jetzt was passiert?

    VG Marius

  3. @Frank: Danke, den werden wir sicher haben! 🙂

    @Marius: Wenn man sich das zutraut und die taucherische Erfahrung hat, dann sollte man das wirklich mal ausprobieren. Kann ich wirklich nur empfehlen!

    Nee, als ich im Wasser war fand ich das eigentlich nur noch toll und spannend. Da habe ich mir keine Gedanken gemacht. Dagegen habe ich vorher vielleicht zu viel darüber nachgedacht. Aber im Wasser: keine Spur 🙂

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