Kein Nazigold im Stolpsee

Die Hoffnungen des israelischen Detektivs und Buchautors Yaron Svoray haben sich nicht bestätigt: Trotz der Suche mit Sonden und Tauchern konnte im brandenburgischen Stolpsee auch dieses Mal kein Nazigold gefunden worden.
Foto: Flasche Unterwasser

Sechs lange Jahre lang, hat sich Yaron Svoray auf die Suche gemacht, hat Dokumente durchforstet und mit Zeitzeugen gesprochen. Die Suche endete im Norden von Berlin: im Stolpsee. Dort sollen laut Svoray im April 1945, also kurz vor der Kapitulation Nazi-Deutschlands, schwere Kisten versenkt worden sein. Angeblich auf Befehl von Reichsmarschall Hermann Göring persönlich. Der angebliche Inhalt der drei Kisten ist allerdings unklar: Gold, Platin oder Dokumente, man weiß es genauso wenig, wie, ob die Kisten überhaupt dorthin geschafft worden sind.

Ganz unwahrscheinlich ist die Geschichte allerdings nicht. Nur wenige Kilometer entfernt lag das Jagdhaus von Göring, in dem nachweislich auch wertvolle Raubgüter gelagert worden waren. Zudem befand sich das Konzentrationslager Ravensbrück ganz in der Nähe. Und aus Unterlagen aus dem Bundesarchiv in Koblenz geht hervor, dass kurz vor dem Eintreffen der russischen Truppen Häftlinge dazu gezwungen worden sein sollen angeblich 18 Kisten mit wertvoller Fracht zum See zu transportieren, dort mit Booten hinauszufahren und sie im See zu versenken. Die Häftlinge sollen anschließend von den SS-Soldaten erschossen worden sein.

Auch die Staatssicherheit (Stasi) der ehemaligen DDR hat den See bereits durchkämmt. 1981 gab es den Befehl von Stasi-Chef Erich Mielke, nach dem verschwundenen Gold der Nazis zu suchen: Die Operation “Herbstwind”. Doch auch sie fanden nichts, wenngleich die technischen Möglichkeiten damals natürlich nicht so weit fortgeschritten waren wie heute.

Trotz der erfolglosen Suche der Stasi hielten sich die Gerüchte über die verschwundenen Schätzen hartnäckig in der Gegend. Nahrung bekamen sie im Jahr 2011 durch die besagten Unterlagen im Bundesarchiv, in denen sich auch der Hinweis auf den Stolpsee befand.

Dass die Suche der Stasi nicht von Erfolg gekrönt war, führten Anwohner nicht nur auf die schlechte Ausrüstung und das planlose Vorgehen zurück, sondern auch, weil die Suche aufgrund der örtlichen Bedingungen als schwierig gilt. Nach dem Krieg soll der Stolpsee mit Weltkriegstrümmern und Klärschlamm zugeschüttet worden sein.
Heute ist der See ca. 400 Hektar groß, maximal 13 Meter tief und hat schlechte Sichtbedingungen Unterwasser.

Auch dieses mal wurden die Schatzsucher bitter enttäuscht. Trotz großem Aufwand mit Sonden und Tauchern war es ihnen auch dieses Mal nicht vergönnt auch nur eine Spur zu finden. Selbst israelische Kampftaucher, die im Oktober eingesetzt wurden, konnten daran nichts ändern.

Auf jeden Fall war der Suchaktion eine große mediale Aufmerksamkeit gewiss: Neben sehr vielen regionalen und überregionalen Zeitungen, begleiteten teilweise auch Fernsehteams, z.B. von Pro7 und "National Geographic" die Aktion.

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