Übungen trotz winterlicher Temperaturen im Werbellinsee

  • am 31.01.14
  • von Alex
Trotz frostiger Luft- und Wassertemperaturen stand am vergangenen Sonntag ein Tauchgang im Werbellinsee mit mehreren Übungen auf dem Programm.
Foto: Leinenübungen im Werbellinsee

Mit dabei waren neben mir noch Jan und Marcus, für uns sollte es der erste gemeinsame Tauchgang sein. Geplant waren einige Übungen aus dem Cavern- und dem Intro-Kurs als Einführung für mich bzw. Vertiefung für Jan, der bereits den Cavern-Kurs erfolgreich abgeschlossen hat. Marcus' Aufgabe dabei war es, den Tauchgang zu begleiten, uns, falls erforderlich, bei den Übungen zur Seite zu stehen und das ganze zur späteren eigenen Auswertung zu filmen.

Um die Zeit vor dem Tauchgang in der Kälte möglichst gering zu halten, hatten wir uns am Samstagabend bei Marcus zuhause getroffen, um die wichtigsten Punkte bereits im Vorfeld zu besprechen. So gingen wir die Übungen durch, die wir machen wollten, und führten zudem noch einige Trockenübungen mit dem Reel durch. Natürlich ließen wir die Gelegenheit nicht aus, uns einige von Marcus' Höhlentauchvideos anzuschauen.

Am Sonntag trafen wir uns dann um 11 Uhr bei -12 Grad Lufttemperatur am Einstieg Dornbusch. Wie erwartet waren wir die einzigen, die sich bei diesem Wetter in das kalte Wasser des Werbellinsees wagten. Der erste Blick auf den See verhieß nichts gutes: Der Uferbereich war bereits mit Eis bedeckt. Marcus zwängte sich deswegen als erster in seinen Trocki und machte den Einstiegsbereich für uns frei.
 
Anschließend beeilten wir uns, unsere Ausrüstung bereit zu machen. Zu Gute kam uns hier, dass wir sie bereits am Vorabend vorbereitet und fertig ins Auto gelegt hatten. Ziel war es, möglichst wenig Zeit in der Kälte und auf dem gefrorenen Boden zu verbringen.

Dann ging es in den zwei Grad kalten Werbellinsee. Kurzer Check im Wasser ob mit der Ausrüstung alles in Ordnung ist, Stage ranhängen, Maske auf - und schon das erste Problem: Das Restwasser in der ausgespülten Maske gefror auf dem kurzen Weg vom Wasser zum Kopf. Also reinspucken, auswischen und ganzes Spiel noch einmal.

Foto: Leinenübungen im WerbellinseeUnterwasser fing Jan mit den Leinenübungen an: Befestigung suchen, Reel befestigen und los ging es. Nach einiger Zeit ergebnisloser Suche nach einem passenden Ort für ein Placement wurde umgedreht und die Leine wieder eingeholt. Nun war ich dran. Leine befestigen und losgetaucht. Nach einigen Minuten hatte ich einen passenden Ort zum Befestigen des Reels gefunden. Das Reel machte ich an einem kleinen Pfahl fest, und wir begannen mit unseren Übungen. Zuerst OOA (Out of Air): Ich zeigte Jan wie besprochen an, dass ich keine Luft mehr hätte, er gab mir seinen Long Hose, wechselte selber auf seinen Backup-Regler und dann tauchten wir mit Leinenkontakt zum Anfang der Leine zurück. Dort angekommen wechselten wir zurück und drehten das Spiel um.

Wieder zurück am Ausgangspunkt folgte die nächste Übung: Simulierter Lampenausfall bzw. Nullsicht-Situation. Mit verschlossenen Augen tauchten wir hin bzw. zurück, unterstützt vom jeweiligen anderen. Interessante Erfahrung, da mir die Leine mit verschlossenen Augen nicht mehr ganz so straff und viel niedriger vorkam als mit geöffneten.

Beim Einrollen des Reels passierte mir dann das, was wir vorher als mögliches Problem besprochen hatten: Die Leine wickelte sich nicht auf der Rolle auf, sondern rutschte zwischen Rolle und Griff. Folge: Sie verhakte und ließ sich nicht mehr weiter auf- noch abrollen. Während ich die Leine zusammenraffte um sie zu verstauen, spielten Marcus und Jan noch einige OOA-Situationen durch.

Nach rund 45 Minuten Tauchzeit tauchten wir am Einstieg auf, der zum Teil schon wieder zugefroren war. Wir bahnten uns den Weg nach draußen und liefen zu unseren Autos. Kaum dort angekommen, war das Wasser auf der Ausrüstung bereits gefroren. Mit zum Teil etwas Mühe befreiten wir uns aus den steif gefrorenen Trockis, die wir möglichst ohne sie zu knicken, in die Autos zum Auftauen legten. Nach einer kurzen Auswertung in einer nahe gelegenen Gaststätte ging es dann nach schon wieder nach Hause.

Mein Resümee für diesen Tauchgang:

  • Die für mich ungewöhnlich lange Tauchpause von ca. einem halben Jahr machte sich schon bemerkbar.
  • Ich musste feststellen, dass ich noch diverse Kleinigkeiten an meiner Ausrüstung verbessern kann (und demnächst tun werde). Beispiele: Karabinergröße, Sitz der D-Ringe, ...
  • Wenn die Wetterbedingungen es zugelassen hätten, wäre ein ausführlicheres Briefing und Ausrüstungscheck sinnvoll gewesen. Man hätte die Übungen noch einmal vor Ort im Detail besprechen können.
  • Leine verlegen und wieder einrollen ist nicht so einfach, auch bei solch einer scheinbar einfachen Aufgabe ist volle Konzentration erforderlich. Außerdem vergeht viel mehr Zeit als gedacht: Also Nullzeit und Luftverbrauch im Auge behalten.
  • Blind zu tauchen ist ungewohnt, man nimmt die Umgebung anders war. Ein dauerhafter Kontakt mit der Leine ist hier unverzichtbar, in einer Höhle kann es im Ernstfall sonst zu einem tödlichen Ende führen!

Insgesamt war der Tauchgang sehr hilfreich und wird auf jeden Fall wiederholt werden.
Ach ja: Und es war verdammt kalt...

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Kommentare

Brrrr, das muss ja kalt gewesen sein. Respekt!

Ich selber war jetzt schon seit Anfang Dezember nicht mehr im Wasser. Hier in der Nähe war alle zugefroren, jetzt tauen die Seen so langsam alle wieder auf. So in einer oder zwei Wochen wird es dann wohl wieder in den Haussee gehen.

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