Erfahrungsbericht SANTI BZ400 Extreme Heated Unterzieher

  • am 08.03.19
  • von Alex
Tiefere und längere Tauchprofile erfordern eine abgestimmte Wärmestrategie und eventuell den Einsatz einer Heizung. Zum Beispiel den beheizten Unterzieher SANTI BZ400 Extreme Heated. Ein Erfahrungsbericht.
Unterzieher SANTI BZ400 Extreme Heated
Unterzieher SANTI BZ400 Extreme Heated

Der SANTI BZ400 Extreme Heated

Der beheizbare Unterzieher von SANTI basiert auf dem bekannten Unterzieher BZ400. Er erfüllt damit schon die besten Voraussetzungen, um den Körper auch ohne Heizung bei kalten Wassertemperaturen warm zu halten.

Die „400“ im Namen sagt es schon aus: Der Anzug ist sehr dick, genauer gesagt 420g/m². Das Außenmaterial besteht dabei aus robustem Polyamid, die Isolationsschicht aus Thinsulate 3M und das Innenfutter aus weichem Fleecematerial. Das atmungsaktive Material sorgt nicht nur für eine gute Isolation, sondern auch für eine ideale Ableitung von Feuchtigkeit.

Im Vergleich zu manch anderen Unterziehern verfügt der BZ400 über einen hochstehenden weichen Kragen, der den Hals vor Kälte schützt und wärmt.

Unter den Armen wurde beim SANTI BZ400 Extreme Heated ein Stretchmaterial verwendet. Dadurch erhöht sich die Beweglichkeit, was einem zum Beispiel beim Ventil-Drill, also dem Schließen der Flaschenventile, zugute kommt.

Selbstverständlich verfügt der Anzug an den Beinen auch über zwei kaschierte Löcher zur Durchführung des Schlauchs für das P-Valve („Pinkelventil“).

Geliefert wird der Anzug übrigens in bekannter Santi-Manier in einer hochwertigen Tasche.

Der Anzug ist in insgesamt 16 verschiedenen Standardgrößen erhältlich. Zudem gibt es natürlich noch die Möglichkeit einer Teil- oder Maßanfertigung.

Unterzieher SANTI BZ400 Extreme Heated, Tasche

Das Heizsystem

Am Oberkörper, sowie an den Oberarmen und an den Oberschenkeln ist der Anzug mit Heizdrähten durchzogen. In der aktuellen Version verfügen die Heizdrähte über eine „bruchresistente ultrasofte“ Silikonisolierung, so der Hersteller, und sorgen für die gleichmäßige Verteilung der Wärme.

Auch das Anschlusssystem ist gut durchdacht: Das Kabel zum Akku ist in einer extra dafür vorgesehenen Tasche am linken Bein untergebracht. Braucht man es nicht, wird es hier ohne Probleme und ohne zu stören verstaut. Zudem verfügt der Anzug bereits über integrierte Anschlüsse für die SANTI Heizhandschuhe.

Der beheizte Unterzieher ist nicht, wie viele Heizwesten, darauf ausgelegt, den Körper „aufzuheizen“. Stattdessen sorgt das System die ganze Zeit über dafür, dass der Körper warm und die Körpertemperatur insgesamt stabil gehalten wird.

Die maximale Heiztemperatur wird dabei vom Hersteller mit 45°C angegeben, wobei max. 110 Watt (bzw. ca. 9,17 A, bei 12 V) verbraucht werden.

Die große Heizleistung hat allerdings auch ihren Preis: Um längere Tauchgänge unternehmen zu können, ist zwingend ein großer Akku notwendig.

Rein rechnerisch reicht ein 24 Ah Akku für ca. 2,6 Stunden, ein 13 Ah Akku nicht mal für 1,5 Stunden. Hat man nun noch die Heizhandschuhe angeschlossen (30 Watt bzw. 2,5 A), verringert sich die Zeit deutlich: Nur noch 2 bzw. 1,1 Stunden Tauchzeit stehen zur Verfügung. Entsprechendes gilt, wenn man neben der Heizung auch noch die Lampe über den gleichen Akku betreibt.

Angeschlossen wird der Unterzieher ausschließlich an einen externen Akku, über den auch die Schaltung erfolgt. Über das SANTI Thermovalve oder die Santi Ventildurchführung erfolgt dann der Anschluss des BZ400 innerhalb des Trockentauchanzugs.

Unterzieher SANTI BZ400 Extreme Heated, Durchführung und Anschluss Akku

Erfahrungsbericht

Bei mir gaben die immer länger und tiefer werdenden Trimix-Tauchgänge den Ausschlag mich nach einem Heizsystem umzuschauen. Die Isolationsmöglichkeiten ohne Heizung waren für mich erstmal ausgereizt. Nach längerer Recherche und verschiedenen Gesprächen entschied ich mich für den beheizten Unterzieher BZ400 Extreme Heated von SANTI.

Für mich gaben zwei Aspekte den Ausschlag:

  1. Ich war mir nicht sicher, ob mir eine Heizweste ausreichen würde und wollte lieber etwas, was mehr als nur den Oberkörper wärmt.

  2. Mir sagte das gesamte Prinzip zu: Gleichmäßiges Erwärmen des Körpers ohne “aufzuheizen” und gleichzeitig trotz eines möglichen Ausfalls der Heizung immer noch einen dicken Unterzieher zu haben.

Den Unterzieher trage ich über einer Thermoschicht, bestehend aus der Xerotherm-Wäsche von Fourth Element. Im Vergleich zu vorher lasse ich allerdings die zusätzliche Xerotherm-Weste weg.

Erstmal ungewohnt war die schlechtere Beweglichkeit mit dem Anzug. Durch die Kombination aus dem dicken Material und den Heizdrähten ist der Anzug deutlich steifer. Nicht nur das Anziehen ist etwas umständlicher, sondern auch das Erreichen der Flaschenventile. Es brauchte ein paar Tauchgänge, bis ich mich daran gewöhnt hatte und die Flaschenventile wieder (fast) wie vorher erreichen konnte.

Das Wärmegefühl ist wirklich beeindruckend. Wie dargestellt ist der Unterzieher ja an sich schon sehr warm, doch die Heizung sorgt spürbar, aber dennoch sehr angenehm dafür, dass es auch bei kalten Wassertemperaturen trotzdem noch warm bleibt.

Ich war überrascht, dass man nach dem Einschalten des Akkus so schnell den Unterschied spüren kann. Während die Heizhandschuhe nahezu augenblicklich warm werden, braucht der Unterzieher nur einen Moment länger.

Trotz des anstrengenden Anziehens bin ich voll zufrieden mit dem Anzug. Der Kauf hat sich für mich absolut gelohnt. Bereits bei den ersten richtigen Tauchgängen nach den Tests konnte ich den Unterschied spüren. Die Tauchgänge im Alten Kalkbergwerk Miltitz waren bei 8°C Wassertemperatur wesentlich angenehmer durchzuführen als in der Vergangenheit. Und das ist schließlich nicht nur für die eigene Bequemlichkeit und Gefühl wichtig, sondern ein wichtiger Sicherheitsaspekt.

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