Buchvorstellung: "Neulich auf der Tauchbasis"

  • am 12.08.14
  • von Alex
In dem Buch "Neulich auf der Tauchbasis" beschreibt Tauchbasisbesitzer und Autor Mirko Obermann den fast schon ganz alltäglichen Wahnsinn, den er ständig auf seiner ägyptischen Tauchbasis erlebt.
Foto: Buchcover Neulich auf der Tauchbasis

Bekannt ist Mirko Obermann vielen von seiner Kolumne in der Tauchzeitschrift "Unterwasser". In seinen kurzen Geschichten unter dem Titel "Neulich auf der Tauchbasis" beschreibt er in seiner ihm eigenen trockenen und humorvollen Art die Erlebnisse, die ihm als Tauchbasisbesitzer so begegnet sind.

So schreibt er in einer Episode von dem regelmäßigen Diebstahl von Ausrüstungsteilen, über welchen sich einige seiner Kunden bitterlich bei ihm beschweren. Komisch nur, dass genau diese Dinge sich dann schön in der gleichen Häufigkeit in der basiseigenen Schlamperbox wiederfinden, da sie am Vorabend in der Basis irgendwo von den Gästen vergessen wurden. Zugeben will das natürlich niemand.

Oder von dem ständig stattfindenden Luftklau und dem dreisten Füllbetrug bei den Pressluftflaschen. Wie kann es auch sein, dass Alfred Anfänger nach gut einer halben Stunde schon seine 15 Liter Flasche leer geschnüffelt hat, wenn der Guide noch gut zwei Stunden weitertauchen kann?! Da kann doch was nicht mit rechten Dingen zugehen und der Verdacht liegt praktisch auf der Hand, dass hier heimlich und Unterwasser Luft abgezapft worden ist!

Das Schöne an diesen klischeebehafteten Geschichten ist, dass man schnell Parallelen zu den eigenen Erlebnissen bei Tauchurlauben ziehen kann. Denn wer kennt nicht den überheblichen Gast, der vor dem Checktauchgang herumprahlt und danach ganz klein mit Hut ist? Wer schon einmal einen Urlaub auf einer Tauchbasis verbracht hat – und dabei nicht ganz blind und taub gewesen ist – wird sich mindestens an eine seiner Geschichten erinnern können.

Ein weiteres Highlight des Buches sind die Geschichten "Roswitha – Neulich auf dem Tauchboot" von Linus Geschke. Er beschreibt darin Situationen, die er so oder so ähnlich während verschiedener Tauchsafaris erlebt hat (oder erlebt haben könnte, wer weiß das schon?). In seinem Vorwort geht Mirko Obermann auf diese Art der Tauchurlaube kurz ein und meint – wenn man genauer darüber nachdenkt, nicht ganz zu Unrecht – dass er noch nie ein Safariboot betreten hätte, weil ihm die Situation Angst machen würde, dass man mitten auf dem Ozean auf einem kleinen Boot mit wildfremden Menschen praktisch gefangen sei, ohne die kleinste Möglichkeit zu entfliehen.

Linus Geschke jedenfalls hat aus der Not eine Tugend gemacht und seine Erlebnisse dieser “Höllentouren” schamlos in seinen Geschichten verarbeitet.

Die Hauptakteure seiner Geschichten sind (neben ihm selber):

Roswitha, eine genauso Lifestyle bewusste wie nervige angehende Divemasterin, die ihr spärliches Wissen gerne an andere weitergibt, besonders dann, wenn diese es nicht wollen. Als überzeugte Vegetarierin hat sie dabei natürlich für alles und jeden Verständnis. Roswitha ist das personifizierte Grauen für jeden erfahrenen Tauchsafari-Gast.

Dann haben wir noch ihr Gegenüber, den Erzfeind sozusagen: Theo, „der Silberrücken“. Ein erfahrener Taucher, quasi mit der Tauchflasche auf dem Rücken geboren, gestählt durch norddeutsche Gewässer und Tauchgänge überall und unter allen Bedingungen. Nullzeitgrenze? Tiefenlimits? Pah!

Man kann sich alleine anhand dieser Voraussetzungen schon vorstellen, dass es eine unterhaltsame Tauchsafari werden könnte. Neben dem andauernden Aufeinandertreffen dieser beiden Charaktere passieren auch noch allerhand andere lustige Geschichten, wie der Checktauchgang oder der vorgezogene ägyptische Abend an Bord.

Wer jetzt mehr darüber wissen will, der sollte sich das Buch, welches im Genter Verlag erschienen ist, unbedingt kaufen. Es kostet aktuell 9,80 Euro und man kann es zum Beispiel über diesen Link bei Amazon bestellen: Neulich auf der Tauchbasis: Mit Special Feature Roswitha - Neulich auf dem Tauchboot

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