Buchvorstellung: Auf dem Grund des Meeres

  • am 23.08.17
  • von Alex
In dem Buch “Auf dem Grund des Meeres” beschreibt Reinhard Öser Schicksale von eher unbekannten Wracks in der Ostsee und welche Gefahren zum Teil von ihnen ausgehen können.
Foto: Buch Auf dem Grund des Meeres

Worum es geht

Nord- und Ostsee waren schon immer wichtige Adern für Handel und Politik. Seit mehreren Jahrhunderten befahren die Anreinerstaaten die beiden Meere um Waren ein- oder zu verkaufen oder um Kriege zu führen. Und genauso lange gehen Boote, Schiffe, U-Boote und Flugzeuge in Gefechten oder stürmischen Wetterlagen unter und liegen, zum Teil bis heute tief unten auf dem Grund. Ein Großteil von ihnen ereilte ihr Schicksal in der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Für viele Taucher mögen sie interessante und spannende Objekte für ihre Tauchabenteuer sein, doch von einigen dieser Wracks gehen auch noch heute reale Gefahren für die Umwelt aus.

Tausende Tonnen Giftstoffe lagern mit Ihnen auf dem Meeresgrund, sei es in Form von noch vorhandene Minen, Bomben, Torpedos und Munition oder als Giftgas und Öl. Während die erstgenannten insbesondere eine Gefahr  beim Fischfang darstellen, könnten die letztgenannten mit dem Zerfall der Schiffe und auch ihrer Behältnisse nun nach und nach freigesetzt werden und in die Nahrungskette gelangen.

Die spannende Frage ist, was man mit diesen gefährlichen Relikten und ihrer noch heute tödlichen Fracht macht: Lässt man sie dort unten liegen oder versucht man sie zu bergen? Diese Frage lässt sich wahrscheinlich nicht allgemeingültig beantworten, sondern müsste für jedes Wrack einzeln geklärt werden. Doch um dies bewerten zu können, muss man die Wracks erst einmal lokalisiert, erforscht sowie ihren Zustand und ihre potenzielle Gefahr eingeschätzt haben. Dies kann nur durch die Arbeit von professionellen Unterwasserarchäologen geschehen, wie die von Reinhard Öser.

In seinem Buch “Auf dem Grund des Meeres” bringt er den Lesern einige dieser Schicksale näher und beschreibt ihre heutigen Zustände.

Fazit

Das Buch beschreibt viele Schicksale von Schiffen und U-Booten, von denen man sonst wahrscheinlich eher keine Kenntnis genommen hätte. Zu unbedeutend waren sie in ihrer aktiven Zeit für den Verlauf des Krieges oder zu „unspektakulär“ ihr Ende. Genau das macht den Charme dieses Buches aus und genau das ist die wertvolle Arbeit von Reinhard Öser. Kritik habe ich dennoch an dem Buch: Für mich fehlen genauere Beschreibungen der jetzigen Zustände der Wracks. Teilweise werden sie beschrieben, beim nächsten wieder kaum.

Ähnliches gilt für die einzelnen Kapitel insgesamt. Manche strotzen vor Details und auch Schlenkern zu verwandten Ereignissen, andere dagegen sind nur kurz abgehandelt.

Es ist klar, dass es nicht zu jedem Wrack eine vollständig aufgearbeitete Geschichte geben kann, allerdings wirken einige Kapitel so nun wie eine einfache Aneinanderreihung von Aufzählungen historischer Gegebenheiten oder Vermutungen in sehr unterschiedlichen Detailgraden.

Als Ergebnis bedeutet das, dass man zwar bei den ersten Kapiteln noch gespannt und erwartungsvoll darauf wartet, die nächsten Informationen zu erhalten, es im Verlauf des Buches aber zunehmend abflacht und das Interesse nachlässt.

Genau diese beiden Aspekte hätten meiner Ansicht nach dafür sorgen können, dass mehr Spannung und Abwechslung in das Buch gekommen wäre.  

Über Reinhard Öser

Reinhard Öser wurde 1960 geboren und war zu DDR-Zeiten Offizier bei den Kampfschwimmern der Volksmarine. Nach dieser Zeit blieb er beim Tauchen und wurde Unterwasserarchäologe und Berufstaucher. Mit seiner in Berlin ansässigen Firma „Marine Research Germany“ untersucht er im In- und Ausland mit staatlichen Aufträgen untergegangene Schiffe, U-Boote und andere Hinterlassenschaften.

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Erhältlich ist das Buch im gut sortierten Einzelhandel und natürlich auch über Amazon: Auf dem Grund des Meeres

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