Werkzeugkoffer für Taucher, Teil 3: Weitere Kleinteile

  • am 07.08.17
  • von Alex
Nachdem wir uns im ersten Teil unseres Werkzeugkoffers für Taucher mit den Werkzeugen und im zweiten Teil mit Ersatzteilen beschäftigt haben, geht es nun um alle weiteren wichtigen Teile, die man mitnehmen sollte.

Schrumpfschlauch

Foto: Schrumpfschlauch

Der Schrumpfschlauch wird immer dann angewendet, wenn etwas vor mechanischen Beschädigungen geschützt werden soll. Dies wird erreicht, indem sich der aus Kunststoff hergestellte Schrumpfschlauch durch Hitzeeinwirkung stark zusammenzieht und sich dicht um das Objekt legt.

Die Hitzeeinwirkung geschieht dabei meistens entweder durch einen Heißluftfön (Heißluftpistole) oder durch die Flamme eines Feuerzeugs. Letzteres ist meistens das Mittel der Wahl, wenn man unterwegs ist. Schrumpfschlauch gibt es in verschiedenen Stärken, weichere und damit flexiblere Varianten sind hier oft besser geeignet.

Der Schrumpfschlauch wird zum Beispiel beim Bau eines Pigtails oder bei unserem “Quick Fix: Schlaufe für das Rigging Kit” verwendet.  

Bungee Cord (Gummiseil)

Foto: Bungee Cord

Bungee Cord ist ein Gummiseil, welches zum Schutz mit Nylon umwickelt ist. Gekauft werden kann es in verschiedenen Stärken sowohl in vielen Tauchläden,online oder im Baumarkt. In unserem Werkzeugkoffer befinden sich von verschiedenen Seilen immer so 0,5 bis 1 Meter, was für die meisten Reparaturen und Basteleien vollkommen ausreichend ist. Welche Stärke man nimmt, ist abhängig von der persönlichen Vorliebe und vom Einsatzzweck.

Verwendet wird Bungee Cord zum Beispiel für die Befestigung des Backup-Atemreglers um den Hals oder für den Tauchcomputer bzw. Kompass am Arm oder der Hand. Wer in den Beintaschen seines Trockis keine Möglichkeit hat, Ausrüstungsgegenstände einzuhängen, kann sich mit Bungee Cord auch ganz einfach entsprechende Gummischlaufen für die Beintaschen basteln.

Leine/ Caveline

Foto: Leinen und Caveline

Im Werkzeugkoffer befinden sich auch unterschiedliche Arten von Leinen, vor allem aber natürlich weitere Caveline. Man braucht aus Platzgründen natürlich nicht immer komplette Rollen dabei zu haben, in der Regel sollte man mit ein bis zwei Metern Länge gut auskommen.

Die “normale” Leine kann man beispielsweise für einen “Quick Fix: Schlaufe für das Rigging Kit” verwenden.

Für die Caveline (also eine dünne Nylonschnur) gibt es sehr viele Verwendungsmöglichkeiten: Sie wird auf Spools oder Reels zum Setzen einer Boje oder als Führungsleine beim Höhlentauchen benötigt, sowie zum Befestigen des Boltsnap an der Backup-Lampe oder beim Bau eines Pigtails. Sie ist also vielseitig einsetzbar. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass es keine Leine ist, die aufschwimmt, da dies die Handhabung Unterwasser (beim Setzen der Boje oder beim Verleinen) erschwert.

Fahrradschlauch

Foto: Fahrradschlauch

Einen ganzen Fahrradschlauch mitzunehmen, ist nicht notwendig, es reichen einige Streifen. Diese können als Ersatz für die Gummis an der Bebänderung verwendet werden, die dafür da sind, um die Backup-Lampen eng an der Bebänderung (in dem Fall an den Schultergurten) zu halten. Die Breite kann individuell bestimmt werden, 1-1,5 cm haben sich im Allgemeinen bewährt.

Ein Tipp noch: Von Zeit zu Zeit reißen die Streifen gerne mal. Damit man nicht immer die Bebänderung lösen und wieder einfädeln muss, empfiehlt es sich von vornherein gleich zwei Streifen auf jeden Schultergurt zu ziehen.

Trocki-Pflegestift

Foto: Pflegestift für den Trockentauchanzug

Der Reißverschluss des Trockentauchanzugs muss regelmäßig gepflegt werden, damit er zum einen dicht bleibt und zum anderen leichtgängig auf- und zu geht. Beim Kauf eines neuen Anzugs gibt es in der Regel einen passenden Pflegestift dazu. Ansonsten sollte man auf jeden Fall aufpassen, welches Pflegeprodukt vom Hersteller empfohlen wird. Insbesondere gibt es Unterschiede beim Mittel und der Art der Aufbringung zwischen Metall- und Kunststoff-Reißverschlüssen.

Handschuh-Pflegestift

Foto: Pflegestift für den Trockentauchhandschuh

Bei einigen Trockentauchhandschuhen müssen die O-Ringe vor der Benutzung eingefettet werden, um a) sich vor dem Tauchgang einfach anziehen zu lassen, b) sicher zu dichten und c) sich nach dem Tauchgang auch ohne Probleme wieder ausziehen zu lassen. Wie beim Reißverschluss des Trockis bieten die Hersteller hier gleich die passenden Pflegestifte an.

Talkum

Foto: Talkum

Kein wirkliches Pflegeprodukt, aber Talkum (manche verwenden auch Baby-Puder) wird verwendet, um besser die Latex- oder Silikonmanschetten an Hals und Armen anziehen zu können. Und nicht nur für den Taucher bzw. die Taucherin ist das Anziehen dadurch stressfreier, sondern natürlich auch für die Manschetten, die so weniger gedehnt werden müssen. Das Puder wird dazu leicht auf die Manschetten gestreut und dann gut verteilt.

Es gibt auch spezielle Öle für Manschetten, die je nach Herstellerempfehlung ebenfalls eingesetzt werden können. Aber Vorsicht: Gerade parfümhaltige Öle können die Manschetten angreifen.

Kleber

Foto: Kleber für Taucher

Kleine Löcher können leider sehr schnell entstehen, sei es an Land oder Unterwasser. Gerade im Trocki oder in den Trockentauchhandschuhen kann das schnell unangenehm werden und das Aus für den Tauchgang bedeuten. Deswegen ist es ratsam, Kleber dabei zu machen, um solche Löcher schnell und einfach (vielleicht auch erstmal nur provisorisch) “stopfen” zu können. Das allseits bekannte Aquasure ist ein solcher Kleber zum Abdichten von Löchern. Daneben gibt es noch spezielle Neoprenkleber, die effektiv bei allen Löchern in Neoprenmaterialien helfen.

Für größere Klebeaktionen (wie dem Tausch der Latexmanschetten oder dem Aufkleben von Taschen auf den Anzug) gibt es auch noch Helaplast-Kleber. Dieser PVC-Kontaktklebstoff wird aber, wie gesagt, eher bei größeren Arbeiten verwendet (er nimmt auch mehr Platz ein) und ist daher kein Teil für den Werkzeugkoffer, sondern für zuhause gedacht.

Panzertape/ Gaffer Tape

Foto: Tape

Panzertape bzw. Gaffer Tape sind beides Gewebebänder, die sehr stabil sind und gut kleben. Anwendungsfälle für diese Sorten Tape gibt es viele, zum Beispiel zum Flicken von Planen, zum Schließen von Löchern oder zum Fixieren. Beim Einsatz von unterschiedlichen Gasgemischen kommt zudem noch das Labeln hinzu. Ein kleines Stück des Bandes (die Farbe ist hier meistens weiß oder silber) werden auf den Flaschenhals geklebt und darauf anschließend die MOD (Maximum Operating Depth), das Gemisch, sowie das Datum und die eigene Unterschrift (zur Bestätigung) vermerkt.

Edding

Foto: Eddings

Der häufigste Einsatz des bzw. der Eddings ist das Labeling der Flaschen nach der Gasanalyse. Da ich hierfür weißes oder silbernes Tape benutze, verwende ich zur Beschriftung einen schwarzen Edding. Für schwarze bzw. dunkle Untergründe ist zudem immer ein weißer Edding dabei. Ganz wichtig bei der Auswahl des richtigen Eddings ist zum einen, dass er wasserfest und zum anderen für Metalle und Kunststoffe geeignet ist. Sonst wird man nur wenig Freude damit haben, da das Aufgeschriebe schnell verschwunden sein wird. Ich habe mich hier für die (dünnen) 751er Stifte von Edding entschieden.

Silikonspray/ Sauerstoffgleitmittel

Foto: Silikonspray und Sauerstoffgleitmittel

Silikonspray bzw. Silikonfett wird zum Beispiel für die O-Ringe an Atemreglern oder Schläuchen sowie an den Flaschenventilen verwendet. Taucht man allerdings mit Atemgasgemischen mit einem hohen Sauerstoffanteil (Sauerstoffpartialdrücken) oder wird beim Füllen reiner Sauerstoff in die Flaschen gefüllt, muss stattdessen ein Sauerstoffgleitmittel verwendet werden.

Karabiner

Foto: Karabiner

Wofür die verschiedenen Boltsnaps und Doppelender verwendet werden, haben wir im Artikel “Boltsnaps, Doppelender & Co.” erläutert. Aufgrund der Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten und der unterschiedlichen Größen befindet sich im Werkzeugkoffer von jeder Sorte mindestens ein Exemplar - bei den mehrfach verwendeten Karabinern auch gerne mehrere.

Schläuche

Foto: Schläuche

Insbesondere bei längeren Fahrten wird der Werkzeugkoffer noch um verschiedene Ersatz-Schläuche ergänzt. Hier vor allem Mitteldruckschläuche für die Stages (1 m Länge), Hochdruckschläuche fürs Finimeter (15 cm für die Stage bzw. 56 cm für die Doppelflaschen) und Inflatorschläuche fürs Wing bzw. für den Trocki.

 

Mehr Informationen über unseren Werkzeugkoffer findet ihr im Artikel Werkzeugkoffer für Taucher - Der Koffer. Im ersten Teil ging es um die Werkzeuge im Werkzeugkoffer, im zweiten Teil um Ersatzteile im Werkzeugkoffer für Taucher.

Das war der letzte Teil unseres Werkzeugkoffers für Taucher. Haben wir was vergessen? Dann teilt uns mit, was ihr sonst noch so im Werkzeugkoffer habt.

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