Boltsnaps, Doppelender & Co.

  • am 25.01.17
  • von Alex
Beim Tauchen müssen viele Ausrüstungsgegenstände wie Lampen oder Reels am Harness bzw. Jacket befestigt werden. Wir zeigen euch, welche Karabiner hierfür verwendet werden.
Foto: Boltsnaps und Doppelender
Boltsnaps und Doppelender

Welche Teile sollten beim Tauchen Verwendung finden?

Das Angebot an unterschiedlichen Karabinern ist fast schon grenzenlos was Farbe, Form und Größe angeht, doch welcher ist der Richtige? Die Antwort ist: Es kommt darauf an!

Allerdings kann man schon vorab einige Basics festhalten:

Rostfrei muss es sein

Da der Einsatz von Karabinern beim Tauchen in der Regel Unterwasser stattfindet, muss der Karabiner zwingend aus einem nichtrostenden Material gefertigt sein. Insbesondere bei Salzwassertauchgängen sollte darauf geachtet werden, dass der Karabiner aus einem V4A-Edelstahl hergestellt wurde. Nur dadurch wird ein schnelles Rosten verhindert. Der Unterschied zwischen dem weitverbreiteten V2A und dem besseren V4A besteht darin, dass der Edelstahl mit Molybdän zusätzlich aufgewertet und dadurch korrosionsbeständiger gemacht wurde.

Wirbelkarabiner vs. Schnappkarabiner

Beim Tauchen sollten eigentlich nur zwei Arten von Karabinern Anwendung finden: Wirbelkarabiner (auch Boltsnaps genannt) und Doppelender (siehe Bild). Karabiner, wie man sie aus dem Bergsteigen oder Klettern kennt (Schnappkarabiner bzw. Schraub- und Verschlusskarabiner) sind dagegen ungeeignet, wenn nicht sogar gefährlich.

Schnappkarabiner

Schnappkarabiner (oder Normalkarabiner) haben die unschöne Eigenschaft, dass sich Leinen ohne Zutun, nur durch Druck auf die Öffnung selber in dem Karabiner verfangen können. Auch ein versehentliches Öffnen und ein Entgleiten der Leine wäre möglich. Zudem sind sie gerade bei den kleineren Größen nur schwer zu öffnen. Insbesondere mit dicken Handschuhen wird es schnell zu einer langwierigen Fummelei. Nachteilig ist zudem, dass die Leine innerhalb des gesamten Karabiners hin und her rutschen kann.

Schraub- und Verschlusskarabiner

Die negative Eigenschaft des selbsttätigen Öffnens wird bei Schraub- und Verschlusskarabiner dadurch verhindert, dass der Schnapper mit verschiedenen Techniken festgestellt wird. Der Vorteil wird aber dadurch auch gleichzeitig zum Nachteil: Das Öffnen (auch hier wieder besonders mit den dicken Trockentauchhandschuhen) ist schwierig, ein schnelles Öfnnen in den meisten Fällen unmöglich. Und auch hier kann eine Leine hin und her rutschen.

Wirbelkarabiner / Boltsnaps

Foto: Boltsnaps

Wirbelkarabiner zeichnen sich durch ein geschlossenes Auge am unteren Ende aus, welches, genau wie der Verschluss, abhängig von Größe und Art des Karabiners, in der Größe variieren kann. Boltsnaps sind beim Tauchen für die eher dauerhafte Anbringung gedacht (z.B. bei den Backup-Lampen am Harness).

Doppelender

Foto: Doppelender

Doppelender-Karabiner besitzen dagegen an beiden Enden Verschlüsse. Sie sind deswegen auch zur vorübergehenden Befestigung gedacht, beispielsweise für die Hauptlampe am Harness oder für Reels/Spools beim temporären Verlegen von Leinen beim Höhlentauchen.

Größen

Die zu wählende Größe der Boltsnaps ist abhängig von deren Verwendung. Es macht zum Beispiel keinen Sinn einen großen XX cm großen Boltsnap (wie für die Stages) an dem Long Hose zu befestigen, damit man seinen primären Atemregler auch mit dicken Handschuhen leicht wegclippen kann. Das Gewicht des Karabiners würde einem die ganze Zeit den Atemregler aus dem Mund ziehen. Teilweise ist die genaue Größe aber auch ein wenig individuelle Vorliebe. Hier ein paar Beispiele für die Verwendung und die dazu möglichen Größen.

Long Hose

Foto: Boltsnap am Long Hose

Der Karabiner am Long Hose wird dazu benutzt, den primären Atemregler wegzuhängen, wenn dieser nicht benötigt wird, z.B. beim Atmen aus der Stage. Der Boltsnap sollte so groß sein, dass man ihn auch mit dicken Trockentauchhandschuhen (beim Kaltwassertauchen) gut bedienen kann, aber aus dem zuvor bereits angesprochenen Grund so klein wie möglich sein. Bewährt hat sich hier die “Standardgröße” bei Boltsnaps von 90 mm. Als Alternative kann auch ein 76 mm Karabiner verwendet werden.

Stage

An einer Stage werden zwei Boltsnaps verwendet, die sehr groß sein sollte,  um sie blind bedienen zu können. Hilfreich ist dabei einen Karabiner mit einem großen Auge zu verwenden, welches man zur Führung beim Einhängen nutzen kann. Hier kommen meistens 120 mm Boltsnaps zum Einsatz.

Backup-Lampe

Foto: Boltsnap an der Backup-Lampe

Bei den Backup-Lampen kommt wieder der Standard-Boltsnap zum Einsatz: 90 mm.

Die Größe ist ideal und das Gewicht spielt keine Rolle.

Hauptlampe

Foto: Boltsnap und Doppelender an der Hauptlampe

An den Hauptlampen (normalerweise Tanklampen) wird sowohl ein Boltsnap als auch ein Doppelender verwendet. Der fest angebrachte Boltsnap (90 mm) wird dafür benutzt, die Lampe am D-Ring des Harness zu befestigen und dadurch wegzuhängen. Der Doppelender (90 mm oder 120 mm) wird dann benutzt, wenn man die Lampe nur kurz aus der Hand haben möchte, sie aber trotzdem noch den Bereich vor und unter einem ausleuchten soll.

Reel/Spool

Foto: Doppelender an Reel und Spool

Auch bei Reels und Spools kommen Doppelender zum Einsatz. Sowohl zum Festmachen an der Ausrüstung, als auch beim Befestigen der Leine. 100 mm oder auch 120 mm sind hier die Größen der Wahl.

Finimeter

Foto: Boltsnap am Finimeter

Wie bei den Backup-Lampen wird hier ein 90 mm Boltsnap verwendet. Manche Taucher nehmen hier aber auch größere, um “blind” besser das Finimeter losmachen und wieder einhaken zu können.

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