Wildschütz

Region: 
Sachsen
Maximale Tiefe: 
ca. 74m
Sichtweiten: 
5-15 m
Steinbruch Wildschütz
Steinbruch Wildschütz

Der Steinbruchsee Wildschütz ist ein ehemaliger Steinbruch im Ort Wildschütz, im Landkreis Nordsachsen des Bundeslands Sachsen. Der See, der inmitten eines Bergbaugebietes liegt, ist mit rund 74 Metern Tiefe der tiefste See in Mittel- und Norddeutschland. Nicht nur deswegen ist er ein beliebtes Ziel von Tech-Tauchern aus Deutschland und den östlichen Nachbarländern.

Auf der Internetseite der Tauchschule, die als einzige das Tauchrecht für den See besitzt, finden sich einige Informationen zur Geschichte des Sees.
Wann der Steinbruch erstmalig in Betrieb genommen wurde, ist nicht ganz klar, allerdings war er bis 1862 im Eigentum der Kirche von Wildschütz. In diesem Jahr wurde der erste Pachtvertrag unterschrieben, der die kommerzielle Nutzung des Steinbruchs ermöglichte. Neben Naturstein wurden Schotter, Splitt und Pflastersteinen hergestellt, die mit Karren hinausbefördert wurden. Später gelangte der Steinbruch dann in den Besitz der beiden bisherigen Pächter. In der Folgezeit wurde der Steinbruch sowie seine Anbindung an die nächsten Dörfer/Städte weiter ausgebaut.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte dann der Bau der Betriebskantine, der heutigen Pension und des Aufzugs.
Nachdem der Steinbruch während des 1. Weltkriegs nicht betrieben wurde, begann ab 1918 die Modernisierung und der Ausbau des Geländes. Im Jahr 1935 wurde zum Beispiel ein Steinbunker errichtet.

Nach Ende des 2. Weltkriegs wurde der Steinbruch durch einen Volkseigenen Betrieb (VEB) übernommen und bis zu seiner Stilllegung im Jahr 1971 betrieben. Die Förder- und Produktionsanlagen wurden weitestgehend zurückgebaut und der Steinbruch füllte sich nach und nach mit Regen- und Grundwasser.

Heute wird der See durch die Tauchschule Buder betrieben, die zudem das ehemalige Wirtschaftsgebäude besitzt. Nur durch die unermüdliche Arbeit von Volker Buder wurde der See für Taucher zugänglich und mit einer gut ausgestatteten Tauchbasis versehen.

Tauchen im Wildschütz

Bei Tauchern ist der Steinbruchsee Wildschütz nicht nur wegen der großen Tiefe sehr beliebt, sondern vor allem auch wegen der noch darin befindlichen Sehenswürdigkeiten. Zahlreiche Hinterlassenschaften des früheren Steinbruchs sowie extra versenkte Gegenstände befinden sich im See und stelle eine schöne und zum Teil beeindruckende Abwechslung für die Taucher dar.

Die Überreste des Kiosk mit seinem offenen Dach befinden sich zum Beispiel in 40-45 Metern Tiefe. Beeindruckend ist in jedem Fall der Fahrstuhl. Mit diesem Aufzug wurden früher die Steine nach oben befördert. Zwar wurde er damals gesprengt, doch befinden sich seine Reste an die Wand gelehnt in ca. 35-40 Metern Tiefe. Vorsichtig kann man dort hindurchtauchen. Einige weitere Überreste liegen gar in fast 60m. Auch das Pumpenhaus 1 ist einen ausgiebigen Stop wert, aufgrund der Tiefe von 43m sollte dieser aber in jedem Fall mit Trimix erfolgen. Das Pumpenhaus ist betauchbar. Neben diesen Relikten gibt es unter anderem noch ein Blockhaus bei 55 Metern, eine Munitionskammer auf 25m, ein Flugzeug und eine eigens versenkte Säule (Obelisk, auf 45 Metern) zu entdecken.

Wer sich die tieferen Sehenswürdigkeiten näher anschauen möchte, der kann gut eine Runde vom Obelisk zum Kiosk und zum Fahrstuhl planen und sich dabei alle Sachen ausführlich anschauen. Um Atemgas zu sparen, sollte man aber überlegen lieber einen Teil des Hinwegs an der Oberfläche zu schwimmen.

Sehenswert ist daneben aber auch der Wald und der Flachbereich mit dem Plateau, in dem sehr viele Pflanzen wachsen und Rückzugsort für die Fische (z.B. Barsche und Hechte) ist. Dieser Bereich versüßt einem auf jeden Fall einen ausgedehnten Dekostop nach einem tiefen Tauchgang.         

Das Tauchen ist nur über die Tauchschule Buder möglich, die dafür einen wunderbaren Service (Essen/Getränke, Sanitärräume, Umziehmöglichkeiten innen und außen, Parkplätze) bietet.Der Eintritt pro Taucher und Tag kostet dabei 10 Euro (Stand Juni 2017).

Wer sich nicht auf dem Anrödelplatz (Bänke + Tische) umziehen möchte, sondern dies am Auto auf dem Parkplatz tut, hat einen relativ weiten Weg zum Einstieg vor sich, bei dem man zudem noch einige Treppen überwinden muss. Es bietet sich in diesem Fall also an mit Hilfe einer Rentnerleiter unten noch einen Zwischenstop einzulegen.

Quelle: Tauchschule Buder, www.tsbuder.de

Füllmöglichkeit

Gefüllt werden kann Pressluft mit 200 bar Druck.

Unterkunft

Von der Tauchschule wird auf dem Gelände auch eine kleine Pension betrieben, die derzeit 8 Zimmer umfasst. Inklusive Frühstück kostet es pro Nacht und Person 30 Euro (bzw. 32 Euro in der Heizperiode). Zelten ist auf dem Gelände nicht gestattet. Alternativ können aber auch gut Unterkünfte/Pensionen in der Umgebung genutzt werden. Die Buchung von Zimmer der Tauchschule ist am besten über die Webseite oder telefonisch möglich.

Tauchermuseum

Wer schon einmal am Wildschütz ist, der sollte sich auf jeden Fall ein paar Minuten Zeit nehmen und durch das Tauchermuseum von Volker Buder gehen. Volker hat im Laufe der Jahre viele seltene und historische Tauchgeräte zusammengetragen, die es so teilweise auch nicht woanders gibt. So befindet sich in seinem Museum zum Beispiel sein erstes Tauchgerät, welches er als Jugendlicher aus einer Baumspritze gebaut hatte.

Kontakt Tauchbasis

Tauchschule Buder in Wildschütz
Inhaber Volker Buder

Kobershainerstr. 2
04862 Mockrehna OT Wildschütz
Tel.: 034244/55919
Fax.: 034244/55922
E-Mail: anfrage@tsbuder.de
Homepage: www.tsbuder.de

Öffnungszeiten

Montag und Dienstag: Ruhetag (tel. Absprache möglich)
Mittwoch bis Sonntag: 10:00 - 20:00 Uhr (Frühjahr / Sommer) bzw. 10:00 - 18:00 Uhr (Herbst / Winter)

Anfahrt

Von Berlin aus gibt es mehrere Möglichkeiten nach Wildschütz und zum Steinbruchsee zu gelangen:

Über die A9: Man verlässt Berlin über die AVUS (A115) und fährt dann von der A10 auf die A9. Auf ihr geht es bis zur Ausfahrt 10 "Dessau-Ost", wo man die Autobahn verlässt und auf die B107 in Richtung Dessau-Ost/Oranienbaum fährt. Nun folgt man der B107 für eine ganze Weile und biegt später in Richtung Wildenhain und Mockrehna ab. Auf dieser Straße durchquert man die beiden Orte und gelangt so in Wildschütz über die Steinbruchstraße zum Steinbruch an der Kobershainerstraße. Für die Fahrt benötigt man ca. 2 Stunden und 20 Minuten, wobei die Hälfte der Zeit auf der Landstraße verbracht wird.

Über die B101: Man kann auch gleich auf der Landstraße fahren, indem man die AVUS (A115) bei der Ausfahrt 6 "Potsdam-Babelsberg Richtung Teltow" verlässt und über die L40 schließlich auf die B101 kommt, der man bis Herzberg folgt. Dort geht es dann weiter auf der B87 bis Torgau. Bis hierhin hat man von Berlin aus ca. 140 Kilometer und 1 Stunde 45 Minuten zurückgelegt. Über die B182 geht es dann in Richtung Wildschütz bis zur Steinbruchstraße und schließlich auf die Zielstraße (Kobershainerstraße). Insgesamt ist man hier ungefähr 2 Stunden und 10 Minuten unterwegs.

Steinbruchsee Wildschütz

Foto: Steinbruchsee Wildschütz, Einstieg
Steinbruchsee Wildschütz, Einstieg, Foto: Olaf Kreuschner

Kommentare

Schöner Bericht zu einem wirklich klasse Tauchspot. Ich bin immer wieder gerne bei Volker Buder und seiner Frau, die das ganze wirklich liebevoll betreiben. Leider viel zu selten, dass ich da hin komme.

Die Fotos, die der Olaf Kreuschner beigesteuert hat, sind echt klasse. Kompliment dafür!

Neuen Kommentar schreiben